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B. .:. Schaubuch

Dickerhof, Urs u.a., B. Bern: Schule für Gestaltung Bern und Biel, 2007. 110 Seiten mit Abbildungen. Pappband (gebunden).
* Schaubuch Schule für Gestaltung Bern und Biel = Ecole d’arts visuels Berne et Bienne; mit einem Nachwort von Stefan Gelzer.

Dickerhof Urs u a | Graphik | Design
http://book.ac/116996.html





«Schaubuch» meint eine Publikation, die Einblick in die Bildprozesse gibt, wie sie sich im Unterricht – sei es in den Vorkursen, den Grafik- oder die Keramikfachklassen – in ganz unterschiedlicher Weise abspielen. Es ist aber auch ein Buch, das theoretische Überlegungen zu Praxis, Vision und Philosophie festhält; ausführlich hier, kurzgefasst dort.
Urs Dickerhof, bis 2006 Leiter der Bieler Schule, verbindet zum Beispiel die Anforderung an steten Wandel mit dem schönen Satz: «Auch Andersdenkende denken». Während die Design-Theoretikerin Claudia Mareis für eine Renaissance des «anschaulichen Denkens», wie es an der Bieler Schule seit jeher gepflegt werde, votiert und graue Theorie ins Offside platziert.
Das 112 Seiten starke Schaubuch mit seiner Paginierung von B1 bis H12 ist eine Art Selbstbildnis. Nicht nur weil es die Schule als Ausbildungsstätte spiegelt, sondern weil Konzept, Abbildungen, Texte, Grafik samt und sonders von ehemaligen Absolventen respektive Lehrkräften der Schule stammen. Es sei ein bisschen zu sehr «weisch no» und lasse die Nicht-Insider aussen vor, meinte der brillant-kritische Buchvernissage-Redner Benedikt Loderer am Montagabend an der Gurzelenstrasse. Er hat nicht ganz Unrecht damit, hat aber vielleicht seinen Journalisten-Blick zu sehr gewichtet und zuwenig bedacht, dass Bildtüftler, wie das Grafiker nun mal sind, spitzfindige Betrachter sind und für die Exploration von Variationen keine Worte brauchen.
Sehr schön kommt zum Ausdruck, dass es um Inhalte geht und zwar noch bevor sich diese nach den Parametern von Aufträgen richten müssen. «Die Schule erteilt keine pfannenfertigen Gestaltungsrezepte, und nicht alles, was herauskommt, ist bedingungslos geniessbar. Aber meist lässt die Zeit die Dinge reifen, und plötzlich entwickelt sich eine überzeugende Qualität», schreibt Andrea Dreier (an der Schule 1993-1998).
Präzise ist auch das Konzept, keine Menschen zu zeigen, sondern nur Gefässe (Schulräume) und Produkte (Zeichnung, Malerei, Fotografie, Typographie, Keramik etc.) sowie – auf anderer Papierqualität und leicht zurückversetzt – Gedanken respektive Texte.
annelisezwez.ch


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